Region Midi-Pyrénées – Allgemeine Informationen
Die Region Midi-Pyrénées mit ihrer Hauptstadt Toulouse liegt im Herzen des Südwestens Frankreichs und dehnt sich von den grünen Hügeln der Lot durch die Flusstäler (Garonne, Tarn,…) bis zu den Pyrenäen aus. Grössere Städte sind Toulouse, Albi, Auch, Cahors, Foix, Montauban, Rodez und Tarbes. Die Kulturlandschaften der Midi-Pyrénées sind weltweit bekannt: die Pyrenäen, das Tal der Garonne u.a. sind beliebte Reiseziele. Als Träger einer reichen kulturhistorischen und gastronomischen Erbschaft – zu nennen sind hier nur der Armagnac und die Foie gras – hat die Region Midi-Pyrénées Weltruf erlangt. Doch die Region ist auch als Produktionsstandort des Airbus, als Region des Rugby Sports und durch die Pilger Stadt Lourdes bekannt.
Midi-Pyrénées ist die grösste Region Frankreichs mit einer Fläche von rund 45 348 km2 (etwas grösser als die Schweiz) und rund 2,5 Mio. Einwohnern.
Etwa 55,6 % der erwerbstätigen Bevölkerung arbeitet im Dienstleistungssektor und 16,2 % in der Industrie.
Wichtige Branchen sind der Flugzeugbau, die Raumfahrt, die Chemie und Elektronik (Siemens, Motorola) sowie die Biotechnologie, die Textilindustrie und die Agrarwirtschaft. Eine wichtige Rolle spielen traditionelle Beschäftigungszweige der Wolleverarbeitung (Mazamet, Lavelanet), der Lederverarbeitung (Tarn, Aveyron) und die Eisen- und Stahlindustrie ( Decazeville, Pamiers). Die Region ist Standort des europäischen Top Aeronautics Complex (EADS Consortium) und des Nationalen Luftfahrtzentrums (CNES), in dem 11 000 Menschen beschäftigt sind. Die Dynamik im Bereich der Spitzentechnologie hat zur Gründung und Niederlassung von Unternehmen der Luftfahrt und Wehrtechnik in der Region geführt. Es wird zunehmend jedoch versucht in der Region die industriellen Tätigkeiten zu diversifizieren, um die Abhängigkeit vom Sektor Flugzeugbau zu senken.
In der Landwirtschaft arbeiten 8,3% der erwerbstätigen Bevölkerung. Die Landwirtschaft zeichnet sich durch hohe Produktion (Getreide, Milchprodukte) bei gleichzeitig hoher Produktqualität aus. Lokale Obst-und Gemüseproduktion sowie lokale Weinproduktion (Fronton, Gaillac, Cahors) unterstützen eine starke Lebensmittelindustrie, die sich durch Delikatessen wie Foie Gras, Trüffel, Roquefort Käse und andere Produkte auszeichnet.
Tourismus
Die Region ist von einer wechselvollen Geschichte geprägt, die in zahlreichen Schlössern (Montségur, Roquefixade), Dörfern aus dem Mittelalter (Rocamadour) und in Kirchen (Albi, Conques) ihren Ausdruck findet. Die touristische Anziehungskraft der Region wird durch idyllische Flusslandschaften, sowie reizvolle Wald- und Berggebiete ergänzt und für Urlaube ideal.
Bildung
Mit insgesamt 120.000 Studenten stellen die vier expandierenden Universitäten der Region die zweitgrösste Studentenbevölkerung Frankreichs dar. Es gibt eine grosse Zahl von guten Fachhochschulen, Ingenieurfachschulen sowie Laborinstituten. Die Region Midi-Pyrénées bietet beste Voraussetzungen für eine gute Zusammenarbeit von Forschung, Industrie und Technik.
Verkehrsinfrastruktur
Die Region bietet eine ausgezeichnete Infrastruktur, dies umfasst besonders den Grossraum Toulouse, die Pyrenäen und ganz Südwesteuropa mit der iberischen Halbinsel. Der Flughafen Toulouse, viertgrösster Flughafen Frankreichs in Bezug auf das Verkehrsaufkommen, liegt nur 15 km vom Zentrum entfernt und bietet nationale und internationale Flugverbindungen mit einer jährlichen Kapazität von 5 Mio. Passagieren. Der Hochgeschwindigkeitszug TGV verbindet Paris mit Toulouse in 5 Stunden (ab 2007 in 3 _ Stunden).
Midi-Pyrénées und Europa
Durch Grösse, Vielfalt und das reiche Kulturerbe hat Midi-Pyrénées einen strategischen Platz in Europa, denn die Region liegt am Schnittpunkt verschiedener geographischer Räume. Durch Identität und Lebensart gehört Midi-Pyrénées selbstverständlich zum Grossraum „Südwesten“ (le Grand SudOuest). Die Region ist auch eng mit dem Atlantischen Raum verbunden. Diese Lage ermöglicht der Region Midi-Pyrénées seine Entwicklungsstrategien in einem breiteren „europäischen“ Rahmen und in Zusammenarbeit mit den Nachbarregionen zu planen. Midi-Pyrénées plädiert für eine europäische Dimension und unterhält daher im Rahmen grenzüberschreitender Zusammenarbeit vielfältige Kontakte zu anderen Regionen.
Natürliche und historische Faktoren sowie der Modellcharakter dieser Region bestimmen weitgehend die Teilnahme an EU-Förderprogrammen. Im Mittelpunkt des Interesses steht für die Region die Förderung einer harmonischen und ausgeglichenen Entwicklung. Günstige Rahmenbedingungen und ein hohes Potential an Lebensqualität verleihen der Region Vorteile, die für die Schaffung neuer nachhaltiger Entwicklungsmodelle entscheidende Faktoren bilden. Die Region Midi-Pyrénées sucht im Rahmen europäischer Programme ihre Stärken zu zeigen und ihr Potential weiterzuentwickeln. Die Region interessiert sich zudem besonders für Fragen der ländlichen Raumentwicklung, Umwelt, Kultur und des Tourismus. In diesen Bereichen unterhält Midi-Pyrénées Kontakte zu anderen Regionen und nimmt an verschiedenen EU-Programmen teil: u.a. INTERREG III B, Kultur 2000, Leader Plus; Förderung der nachhaltigen Entwicklung.
Dem wachsenden Interesse der Region für europäischen Angelegenheiten entsprechend wurde „Midi-Pyrénées Europe“ im Oktober 2001 gegründet und führt den Regionalrat mit 7 Departementen zusammen. Die Vertretung zielt darauf ab, als Brücke zwischen den EU Institutionen und der Region zu dienen und die regionalen Interessen und Prioritäten zu unterstützen und zu fördern.
Die Aufgaben der Vertretung in Brüssel sind:
• Information: die Vertretung kann frühzeitig über für die Region relevante Entscheidungen, Massnahmen, Programme und sich abzeichnende Entwicklungen in der EU informieren. Sie verbreitet Information besonders durch ein monatlich erscheinendes Infoblatt und über Webseiten.
• Technische Hilfe: Fachkenntnissen und Hilfe anbieten, um die „Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen“ zu beantworten.
• Vertretung der Region Midi-Pyrénées und Networking: Die Vertretung bezweckt, zum Schaufenster der Region in Brüssel zu werden, enge Kontakte mit den EU Institutionen und anderen Organisationen zu unterhalten und Schlüsselentscheidungen zu beeinflusen, wenn die Region betroffen ist.